Der Hamburger Hafen

Hamburg zieht als zweitgrößte Stadt Deutschlands jedes Jahr zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland an. Dies liegt zum einen an den zahlreichen Attraktionen, die diese Stadt bietet (denken Sie an den Fischmarkt, Binnen- und Außenalster, das Rathaus oder die Reeperbahn). Wie ein Magnet auf die Besucher wirkt jedoch auch Hamburgs wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit, der Hamburger Hafen. Er sollte auf jeden Fall auf Ihrer persönlichen Sightseeing-Liste stehen.

Hamburger Hafen – geschichtlicher Rückblick und Bedeutung heute

Der Hamburger Hafen liegt an der Unterelbe und ist damit etwa 100 Kilometer von der Mündung der Elbe in die Nordsee entfernt. Ursprünglich war er ein Anlandeplatz an der Bille, einem Nebenfluss der Elbe, nahe der Hamburger Altstadt. Bereits im 9. Jahrhundert spielte er eine entscheidende Rolle für den An- und Abtransport von Gütern. Als Hafengeburtstag gilt allerdings der 7. Mai 1189, da dies als offizielles Gründungsdatum gehandelt wird. Im Laufe der Zeit wurde der Hafen immer wieder durch zahlreiche Hafenbecken erweitert und schrittweise flussabwärts nach Westen verlagert, bis er ab dem 19. Jahrhundert schließlich den Rang eines Welthafens einnahm. Der Hamburger Hafen war und ist Grundlage für den Wohlstand der Stadt und führte zur Bildung des Standes der Kaufleute, die sich zu ihrem eigenen Schutz zur Hanse zusammenschlossen. Seit den 1970er Jahren wird der Hafen von Containerschiffen angesteuert.

Der Hamburger Hafen ist der größte deutsche Seehafen und von globaler Bedeutung. Pro Jahr finden rund 10.000 Schiffsanläufe statt, auf den insgesamt etwa 43 Kilometer langen Kaimauern gibt es knapp 300 Liegeplätze. Damit zählt der zweitgrößte Containerhafen Europas zu den leistungsfähigsten Universalhäfen weltweit. Auch im ersten Quartal des Jahres 2015 stieg der Umschlag an Seegütern stetig an, was die Entwicklung der letzten Jahrzehnte widerspiegelt. Seit 2006 wird der Hamburger Hafen auch von Kreuzfahrtschiffen, etwa der berühmten Queen Mary 2, angelaufen. Schätzungen zufolge werden insgesamt rund 40.000 Menschen am Hafen beschäftigt, u.a. als Hafenfach- und Wertarbeiter.

Das Areal des Hamburger Hafens umfasst 13 verschiedene Bereiche

Der Hamburger Hafen ist der größte deutsche Seehafen
Foto: Andi_Graf /pixabay

Was Sie im Hamburger Hafen unbedingt gesehen haben sollten

Das gesamte Areals des Hamburger Hafens lässt sich in 13 Bereiche unterteilen, wozu beispielsweise die Hafenkante, HafenCity mit der Speicherstadt, der Kleine Grasbrook und das Gebiet des ehemaligen Altonaer Hafens zählen.

Das Hafengelände ist ein Anziehungspunkt für Touristen, und das nicht ohne Grund. Zum einen ist das Interesse der Besucher auf die beeindruckende Architektur der Gebäude und Brücken zurückzuführen. Zahlreiche denkmalgeschützte Bauten säumen den Hafen, etwa die Fischauktionshalle am Altonaer Fischmarkt oder das Lawaetzhaus aus dem Jahre 1802. Auch die Leuchttürme Tinsdal und Wittenbergen stehen unter Denkmalschutz. Auf dem Hamburger Hafen gibt es übrigens zudem die einzige schwimmende Kirche Deutschlands, die Flussschifferkirche, welche sich an wechselnden Standorten befindet.

Ein architektonisches Gesamtkunstwerk: die denkmalgeschützte Speicherstadt

Die Speicherstadt in der HafenCity ist bei Touristen besonders beliebt
Foto: CollageArts /pixabay

Touristisch wohl am bekanntesten ist die Speicherstadt. Der auf Eichenpfählen erbaute Lagerhauskomplex ist der größte weltweit und steht seit 1991 unter Denkmalschutz. Die Speicherstadt wurde ab dem Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Auf den rund 630.000 Quadratmetern Nutzfläche werden Handelswaren wie Tee, Kaffee oder Teppiche eingelagert. Die romantische Schönheit dieses Geländes ergibt sich durch das eindrucksvolle Zusammenwirken der in neugotischer Backsteinarchitektur erbauten Lagerhäuser, den Kanälen sowie den zahlreichen Brücken, die für eine ganze eigene Stimmung sorgen.

Die Speicherstadt beherbergt zudem einige sehenswerte Museen, etwa das Zollmuseum, das Speicherstadt- und das Gewürzmuseum. Übrigens ist hier auch weltweit größte Modelleisenbahnanlage untergebracht.

Freunde von Kunst und Kultur kommen auf dem Hafengelände ebenfalls nicht zu kurz. Im Museumshafen Oevelgönne kann eine Vielzahl historischer Schiffe und Wasserfahrzeuge besichtigt werden, darunter Segelschiffe, Dampfeisbrecher und Schwimmkräne.

Eine Rundfahrt durch den Hamburger Hafen ist sehr empfehlenswert

Der Hamburger Hafen beherbergt zahlreiche Museen, Kunstwerke und Denkmäler
Foto: spinheike/pixabay

Überhaupt befinden sich auf dem Hafengebiet jede Menge Kunstwerke und Denkmäler, etwa die Madonna der Meere oder die Störtebeker-Skulptur. Zu guter Letzt kann Ihnen eine Hafenrundfahrt – wahlweise mit einem Vergnügungsschiff oder mit einer Barkasse – nahegelegt werden. Es gibt sowohl Standardtouren, die ein bis zwei Stunden dauern, als auch spezielle Themenrundfahrten, etwa zur Geschichte oder zur wirtschaftlichen Bedeutung des Hafens. Entscheiden Sie sich für die Fahrt mit einer Barkasse, können auch besonders schmale Kanäle befahren werden, was etwa in der Speicherstadt der Fall ist. So haben Sie die Möglichkeit, sich vom Wasser aus noch einmal eine andere Perspektive auf den Hamburger Hafen zu verschaffen.